Baumarten-Steckbriefe
Douglasie, die starke und hohe Fremde

Douglasienverjüngung

Die Douglasie wurde aus Nordamerika eingeführt. Sie kommt auch mit wärmerem Klima gut zurecht, benötigt aber vor allem im Sommer ausreichende Niederschläge. Bei geeigneten Bedingungen ist ihr Wachstum außergewöhnlich gut. Die Douglasie ist gegenüber Frosttrocknis und Pilzbefall empfindlich. Vielerorts kann sie eine Alternative zur bisher angebauten, aber im Klimawandel gefährdeten Fichte sein. Damit das Risiko auch bei dieser Nadelbaumart begrenzt bleibt, sollte sie nur als Mischbaumart angebaut werden.

Merkmale

Krone: In der Jugend schmal kegelförmig (ähnlich der Fichte). Im Alter wird sie vielgestaltig und eher unregelmäßig.
Nadeln: 1,5 bis 4cm lang, flach. Die Unterseite hat zwei silbergraue Streifen. Sie riechen zerriebenangenehm fruchtig nach Orange.
Rinde: Zunächst dünn und silbergrau, mit zahlreichen Harzblasen. Die Borke ist korkreich, grau- bis rotbraun und im Alter sehr dick.
Zapfen: 4 bis 11cm lang, braun, gestielt. Die dreispitzigen Deckschuppen sind sichtbar.

Natürliche Herkunft

Die Heimat der Douglasie ist der Nordwesten Nordamerikas. Dort findet sie kühle Sommer und milde Winter vor. Am besten gedeiht die Douglasie auch in Europa im meernahen Klima. Unser Amtsbereich liegt genau am Übergang zwischen dem meernahen atlantischen Klima und dem kontinentalen Festlandklima. Vom Ostwind getragene Kaltlufteinbrüche erhöhen das Anbaurisiko vor allem auf dem Plateau der Frankenalb. Bedingt durch den Klimawandel ist bei uns zukünftig mit wärmeren und trockeneren Sommern zu rechnen. Die Douglasie wird dort, wo durch den Klimawandel die Sommertrockenheit zu arg wird, an ihre Grenzen stoßen. Wir empfehlen daher, diese Baumart im Wesentlichen nur in den kühleren und feuchteren Regionen unseres Amts.

Anbau

Empfehlenswert sind tiefgründige, gut mit Nährstoffen und Wasser versorgte, schwach saure Böden. Nachteilig sind dicht gelagerte und schlecht durchlüftete, sauerstoffarme Böden und reine Kalkböden. Durch die recht hohe mechanische Wurzelenergie eignet sich die Douglasie auch für skelettreiche Böden. Ausreichende Wasserspeicherung im Boden kann sommerliche Trockenperioden ausgleichen.
Stauwasser, Grundwasser und Überflutung erträgt die Douglasie nicht. Entscheidend für den Anbauerfolg sind die richtigen, an das gegenwärtige und zukünftige Klima angepassten Pflanzenherkünfte.
Die Douglasie sollte immer in Mischbeständen mit Anteilen unter 50 % angebaut werden. Die Naturverjüngung ist möglich, wenn Douglasien schon im Altbestand vorkommen. Wegen ihres raschen Wuchses kann die Douglasie schon im Alter von 60 bis 80 Jahren geerntet werden.
Sie ist in der Jugend eine Halbschattbaumart, später benötigt sie mehr Licht. Ihre Streu wird gut zersetzt. Um astfreies Holz zu erzielen, sollte die Douglasie in intensiver Mischung mit einheimischen Schattbaumarten (Buche, Hainbuche) angebaut werden. Wertastung ist nur auf ertragreichen und risikoarmen Standorten sinnvoll.

Risiken

Der häufigste Pilz an den Nadeln ist die Douglasienschütte. Muldenlagen mit durch hohe Luftfeuchte günstigem Pilzklima sollten ausgespart werden. Sehr anfällig ist die Douglasie gegen über dem Pilz Hallimasch. Dieser vernichtet Wurzeln und Kambium.Befallene junge Douglasien lassen sich von Hand umdrücken. Für frisch gepflanzte Douglasien ist längere Sonneneinstrahlung oder Trockenheit ungünstig, da die Pflanzen aufgrund der hohen Verdunstung vertrocknen können. Frosttrocknis tritt auf, wenn im Winter bei gefrorenem Boden und strahlendem Sonnenschein der Wassernachschub stockt. Junge Bäume sind durch Fegeschäden durch das Rehwild besonders gefährdet.

Nutzung

Das Holz der Douglasie ist relativ hart, standfest und witterungsbeständig. Es hat einen weißlich-hellen Splint und einen rotbraunen, nachdunkelnden Kernbereich.
Douglasienholz wird im internationalen Handel als „Oregon Pine“ bezeichnet.Das Holz findet Verwendung für Möbel und im Innenausbau. Es ist ein hochwertiges Bau- und Konstruktionsholz, das auch im Außenbereich verwendet werden
kann.

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