Baumarten-Steckbriefe
Bergahorn, die Mischbaumart fürs raue Klima

Bergahornstamm

Wie der Name schon sagt: Der Gebirgsbaum fühlt sich in den Alpen und Mittelgebirgslagen am wohlsten. In warmen, trockenen Lagen tut er sich schwer. Seine Prognose im Klimawandel ist daher durchwachsen.
Der Bergahorn meidet sehr nährstoffarme Böden. Mit sehr steinigen oder felsigen Böden kommt er gut zurecht. Durch die Windverbreitung der geflügelten Früchte kann er sich hervorragend auf natürliche Weise verjüngen. Ein Ahorn reicht aus, um ein ganzes Waldstück mit Nachwuchs zu versorgen. In der Jugend wächst Bergahorn beeindruckend rasch, lässt dann aber nach.

Merkmale

Der bis zu 35 m hohe Baum erreicht Stammdurchmesser von 60 bis 100 cm.
Die anfangs graubraune, buchenähnlich glatte Rinde wird im Alter zur typischen hellbraunen Schuppenborke.
Seine gegenständigen Blätter sind fünflappig mit keilförmig spitzen Buchten.
Die gelbgrünen Blüten hängen in traubenförmigen Rispen. Sie sind im entfalteten Laub schwer zu sehen.
Die kahlen, 3 bis 4 cm langen, einseitig geflügelten Früchte hängen stets paarweise aneinander

Natürliche Herkunft

Der Bergahorn ist eine typische Mischbaumart, die von Natur aus immer mit anderen Baumarten zusammen vorkommt. Seine Heimat sind die Mittel- und Hochgebirge in Mitteleuropa. Zum kalt-trockenen Kontinentalklima und zum warm-trockenen Mittelmeerklima hin wird der Bergahorn durch den Spitz- und Feldahorn abgelöst.
Der Klimawandel bringt den Bergahorn in den wärmsten Lagen unseres Amts in Bedrängnis. Empfehlenswert ist sein Anbau daher nur in den höheren Lagen des Juras. Der Bergahorn verträgt weder Überschwemmungen noch hochstehendes Grund- oder Stauwasser.
In Schlucht- und Quellwäldern mit hoher Luftfeuchte und spaltenreichen, bewegten Steinböden fühlt sich der Bergahorn besonders wohl.

Anbau

Der Bergahorn sollte immer als Mischbaumart, vorzugsweise zur Buche angebaut werden. Ohne Mischbaumarten wächst der Bergahorn sperrig und behält seine Äste. Feuchte, nicht zu sauere, basenreiche Böden sind optimal. Eine ausreichende Entfernung zu Quellen und Bächen sollte eingehalten werden, um Überschwemmungen zu vermeiden. Ein natürlicher Schwerpunkt seiner Verbreitung sind Schluchtwälder mit hoher Luftfeuchte (Kellerklima) und spaltenreichen, bewegten Steinböden. Hier kann die reichliche Naturverjüngung besonders gut genutzt werden. Der Bergahorn verjüngt sich auch sonst sehr üppig auf natürlichem Wege.
Die Streu ist sehr gut abbaubar und bodenpfleglich. Der Bergahorn besitzt ein sehr rasches Jugendwachstum. Dadurch wächst er zügig aus dem Unkraut und der Gefährdung durch Wildverbiß heraus.
Junge Ahornpflanzen sind relativ schattentolerant. Mit zunehmendem Alter benötigen sie aber immer mehr Licht, um sich gegenüber schattenverträglicheren Baumarten durchsetzen zu können.

Risiken

Die Verticillium-Pilzerkrankung befällt die Leitungsbahnen des Bergahorn. Blätter und Triebe von Kronenteilen oder der ganzen Krone welken plötzlich. Bei jungen Pflanzen verläuft sie bisweilen tödlich. Wildverbiss und Fegeschäden stellen eine große Gefahr dar. Pflanzungen sollten daher geschützt werden. Mäusefraß kann den Erfolg von Kulturen behindern. Stark vergraste Flächen sind daher nicht für den Anbau zu empfehlen. Auffällige schwarze, teerartige Flecken auf den Blättern sind eine harmlose Pilzerkrankung. Ebenfalls unbedenklich sind die oft rot gefärbten Blattgallen, die von Mücken, Milben oder Wespen verursacht werden.

Nutzung

Das helle, gelbbraune Holz ist gleichmäßig dicht und feinporig. Es wird massiv oder als Furnier im Möbelbau und im Innenausbau verwendet. Ahorn-Tischplatten sind charakteristisch in unseren Wirtshäusern. Die Böden von Saiteninstrumentensind häufig aus Ahornholz. Spielzeug und Küchenutensilien werden oft aus Ahorn gefertigt. Besonders gut bezahlt wird die Riegelung, eine besondere, wellenförmige Holzstruktur.

Weitere Baumarten-Steckbriefe