Baumarten-Steckbriefe
Rotbuche, die Allrounderin für alle Standorte

Buchenbestand

Die Buche mag es nicht zu warm und nicht zu kalt. Nicht zu trocken und nicht zu nass soll es sein: „feuchter Kopf und trockene Füße“. In der Mitte Europas und unter mittleren Umweltbedingungen fühlt sie sich am wohlsten und kann sich hier dank des Schattenwurfs ihrer ausladenden Krone besser behaupten als andere Baumarten.
Die Buche ist eine ideale Mischbaumart, z.B. zur Traubeneiche oder zu den Nadelbäumen Douglasie und Schwarzkiefer.
Der Klimawandel wird im Amtsbereich an der Anbaueignung der Buche wenig ändern.

Merkmale

Die Buche wächst im Dichtstand gerade und langschaftig.
Sie wird 30 bis 45 m hoch.
Die Rinde ist dünn, glatt und silbergrau. Nur selten kommt es im Alter zur Bildung einer rissigen Borke.
Junge Zweige und Blätter sind anfangs behaart, bald aber schon glatt.
Die Früchte (Bucheckern) werden von vielen Waldtieren gefressen oder verbreitet.
Die Buche bildet bei lockerem Boden ein kräftiges Herzwurzelsystem mit guter Verankerung aus.

Natürliche Herkunft

Das Verbreitungsgebiet der Rotbuche erstreckt sich vom Atlantik im Westen bis zum Schwarzen Meer im Osten. Es reicht von Südengland und dem südlichen Skandinavien bis in die Berge Süditaliens. Die Klimahülle zeigt ihre große klimatische Anpassung sowohl an das gegenwärtige, als auch an das zukünftige Klima im Amtsbezirk. Ohne den Einfluss des Menschen wäre der größte Teil unserer Region von Buchen- oder Buchen-Mischwäldern bedeckt. Im klimagerechten Waldumbau spielt die Buche eine große Rolle. In den wärmsten Regionen unseres Amtes stößt aber auch die Buche irgendwann, je nach Stärke des Klimawandels, an ihre Grenzen.

Anbau

Die Rotbuche wurde bei uns durch Rodung, Mittel- und Niederwaldbewirtschaftung sowie Nadelbaumanbau stark zurückgedrängt. Mit dem Waldumbau erobert sie sich Flächen zurück. Grundwassernahe, feuchte und nasse Standorte werden auch im Naturwald gemieden. Hier stößt die Buche an ihre Nässegrenze. Auch wechseltrockene Tonböden in trockenen Lagen sind meist keine typischen Buchenstandorte („Trockengrenze“). Die Wurzeln der Buche dringen hier nicht allzu tief in den Boden ein oder werden beim Arbeiten der Böden zerrissen. Es ist vorteilhaft, die Buche mit Mischbaumarten zu kombinieren.
Wertvolles Buchenholz muss vor allem dick, aber auch gesund sein. Dementsprechend ist auch die waldbauliche Behandlung ausgerichtet: Qualifizieren und Dimensionieren. Das erfordert stetige, aber mäßige Durchforstungen. Sterben starke Äste ab, bildet sich im Inneren des Stamms oft ein unerwünschter Rotkern. Bei Durchforstungen ist streng darauf zu achten, dass nur die Krone, nicht aber der sonnenempfindliche Stamm Licht bekommt. Buchen lassen sich hervorragend natürlich und kostensparend verjüngen. Beckenlagen mit Kaltluftbildung und Spätfrösten erschweren die Buchennaturverjüngung.

Risiken

Die Buche ist eine risikoarme Baumart mit hoher Betriebssicherheit. Junge Buchen sind gegenüber Spätfrost und Frühsommertrockenheit empfindlich. Die Rinde der Buche reagiert bei plötzlicher und starker Freistellung mit Sonnenbrand und Rindenerkrankungen. In Trockenjahren können auf schwierigen Standorten Kronenteile absterben. An der Buche treten auch eine Reihe meist harmloser Insekten wie Buchenwickler, Buchenspringrüssler, Buchenprachtkäfer und Kleiner Buchenborkenkäfer auf. Pilze befallen das Buchenholz, wenn die Rinde verletzt wurde. Bedeutsam sind vor allem Weißfäuleerreger wie der Zunderschwamm, der Holz zersetzt und entwertet.

Nutzung

Das schwere und stark schwindende Holz ist gut bearbeitbar, zäh und sehr tragfähig. Es wird im Möbelbau für stark beanspruchte Elemente verwendet. Oft wird es zu Holzwerkstoffen wie Sperrholz oder Brettschichtträgern („Baubuche“) verleimt.
Der Rotkern der Buche beeinträchtigt nicht die Holzqualität. Der Preis für rotkerniges Holz („Kernbuche“) ist stark modeabhängig. Buchen liefern hervorragendes Brennholz.

Weitere Baumarten-Steckbriefe