Baumarten-Steckbriefe
Elsbeere, die Rose unter den Waldbäumen

Elsbeerenblätter im Herbst

Die Elsbeere ist eine heimische Rarität und gilt als „Rose unter den Waldbäumen“. Sie benötigt gut mit Basen versorgte Böden, liebt die Wärme und erträgt sowohl Trockenheit als auch schweren Tonboden. Allerdings erreicht sie nur eher bescheidene Höhen- und Dickendimensionen. Dennoch ist ihr Holz sehr wertvoll und gefragt. Auf den meisten Standorten bedarf sie der Förderung gegenüber konkurrenzstärkeren Baumarten. Den Klimawandel braucht sie nicht zu fürchten.

Merkmale

Die weißen Blüten sind auffällig und dekorativ. Die Rinde hat zuerst charakteristische, gelockte Schuppen, später bildet sich eine rissige Borke aus.
Die Form der Blätter ist sehr typisch, Verwechslungen mit anderen Baumarten sind unmöglich. Im Herbst fallen einzelne Elsbeeren durch die frühe und orange-rosa Laubverfärbung auf.
Sie trägt zwar in zwei von drei Jahren Früchte, die aber von Vögeln bereits in der Krone gefressen werden. Es fällt kaum eine Frucht herunter.

Natürliche Herkunft

Das Verbreitungsgebiet der Elsbeere zieht sich vom nördlichen Südeuropa bis zum südlichen Mitteleuropa. In Deutschland gelangt sie bereits im Gebirge und im Norden an ihre Kältegrenze. Große Bedeutung als Waldbaum erlangt sie vor allem in Frankreich. Die Elsbeere kommt natürlicherweise besonders als Mischbaumart auf schwierigen Ton- oder Felsstandorten vor. Daneben, jedoch seltener, auch in vielen anderen wärmeliebenden Laubwäldern. Seit Aufgabe der Nieder- und Mittelwaldwirtschaft wurde die Elsbeere stark zurückgedrängt. Im Klimawandel bekommt die Elsbeere die allerbesten Prognosen. Sofern der Boden passt, ist die Elsbeere für jedes zusätzliche Grad an Erwärmung dankbar.

Anbau

Elsbeeren lieben warme, sonnige Lagen. Sie können auch gut auf Freiflächen gepflanzt werden. Ein nicht saurer Boden mit hoher Basensättigung, zumindest im Unterboden, ist die notwendige Voraussetzung für gutes Gedeihen.
Pflanzungen empfehlen sich vor allem trupp- und gruppenweise in Buchennaturverjüngungen oder in Mischung zu Traubeneiche, Hainbuche oder Edellaubbäumen.
Naturverjüngung kommt oft aus der Wurzel, ist aber nur bei ausreichendem Lichtangebot erfolgreich.
Auf besseren Standorten braucht die konkurrenzschwache Elsbeere besonders dringend die Unterstützung gegen die Konkurrenz anderer Baumarten. Das bedeutet regelmäßige Pflegeeingriffe und Durchforstungen, bei denen alle bedrängenden Bäume nach und nach entnommen werden. In allen Wuchsphasen muss die Elsbeere gezielt gefördert werden, wenn sie einen Platz in der herrschenden Baumschicht einnehmen soll. Nur dann kann die Elsbeere zu starken und gutbezahlten Stämmen heranwachsen. Viele heute noch vorhandenen Elsbeeren wachsen nicht zufällig. Die Mittelwaldwirtschaft hat in der Vergangenheit die Elsbeere mit ihren starken Lichtungen begünstigt.

Risiken

Es sind keine nennenswerten Probleme mit Insekten oder Pilzerkrankungen bekannt.
Starke Fröste führen bei nicht angepassten Herkünften zum Absterben des Gipfeltriebs und damit zur Verzwieselung und Verbuschung.
Die Elsbeere unterliegt nicht dem Forstlichen Vermehrungsgutgesetz. Dennoch ist bei der Beschaffung von Vermehrungsgut auf die Verwendung geeigneter Herkünfte zu achten.
Die Elsbeere wird gerne vom Wild verbissen und gefegt.

Nutzung

Elsbeeren liefern hochwertiges und dekoratives Holz von meistens schwach rötlicher Farbe.
Es wird im Innenausbau und Möbelbau eingesetzt.
Möglichst gleichfarbiges Holz ist ein Qualitätsmerkmal.
Die Elsbeere wird mit Birnbaum und Speierling unter der Bezeichnung »Schweizer Birnbaum« gehandelt. Ihr Holz gilt als das am besten bezahlte in Mitteleuropa.
Elsbeeren-Schnaps wird zu Preisen von 200 - 400 €/Liter gehandelt.

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