Baumarten-Steckbriefe
Schwarzkiefer, der Exot ohne Wärmeprobleme

Schwarzkiefer Krone

Im Südosten Mitteleuropas und im Mittelmeerraum ist die Schwarzkiefer zu Hause. Sie verträgt mäßige Kälte genauso wie große Wärme und Trockenheit. Bei häufiger zu erwartenden Trockenperioden wie im Jahr 2015 wird die Schwarzkiefer vor allem in Wärmeregionen zu einer echten Alternative zum Aufbau klimatoleranter Wälder.
Durch die Verwendung geeigneter Herkünfte können Wüchsigkeit, Trockenresistenz und Qualität optimiert und Misserfolge vermieden werden.
Die Schwarzkiefer sollte nie als Reinbestand, sondern immer in Mischung begründet werden.

Merkmale

Die Schwarzkiefer kann große Durchmesser und hohes Alter erreichen.
Maximal wird sie 30 bis 40 m hoch.
Die Krone ist in der Jugend kegelförmig mit stark aufgerichteten Ästen, im Alter flacht sie schirmartig ab.
Ihre graue Borke wird im Alter rissig und grobschuppig.
Die einzelnen Nadeln sind mit 8 bis 15 cm viel länger als bei der heimischen Waldkiefer.
Sie sind schwarzgrün und dicht stehend.
Die Zapfen sind größer als die der Waldkiefer.

Natürliche Herkunft

Die Schwarzkiefer kommt in unterschiedlichen Ausprägungen rund um das Mittelmeer, im Balkan und in Kleinasien vor. Die einzelnen Schwarzkiefern-Herkünfte decken ein sehr breites Spektrum an Klimaten und Böden ab. In Mitteleuropa wird bisher vorzugsweise die österreichische Schwarzkiefer (ursprünglich aus dem Wienerwald und Kärnten) angebaut. Die Schwarzkiefer vereinigt Wärme- und Kältetoleranz und kann, in Mischung mit heimischen Baumarten als alternative Nadelbaumart im Klimawandel angebaut werden.
Sie ist wärmetoleranter als alle anderen bisher bei uns angebauten Nadelbaumarten und übertrifft darin sogar die Douglasie. Ihre Prognose im Klimawandel ist ausgezeichnet.

Anbau

Die Schwarzkiefer bevorzugt mittel- bis flachgründige, mäßig nährstffreiche, gut durchlüftete Lehm- und Sandböden. Sie gedeiht auch auf Kalkschutthalden und Karstböden und hat keine besonderen Nährstoffansprüche. Standorte mit Staunässe oder Wechselfeuchte werden von der Schwarzkiefer gemieden. Die Schwarzkiefer schätzt warme Sommer mit geringer Luftfeuchte. Bei der Schwarzkiefer gibt es große Wuchsunterschiede zwischen den Herkünften. Die ihr nachgesagte hohe Trockenresistenz bestätigte sich im Trockenjahr 2015 auf Versuchsflächen in Bayern. Trotzder geringen Niederschläge während der Vegetationsperiode waren die Höhenzuwächse immer noch beachtlich.
Auf Standorten, bei denen verstärkt mit Trockenjahren zu rechnen ist, gelangen einheimische Nadelbaumarten an ihre ökologischen Anbaugrenzen. Hier stellt die Schwarzkiefer eine alternative Nadelbaumart dar. Wiederholte Trockenheiten führen zu geringeren Wuchsleistungen. Die bisher geübte Praxis, vornehmlich Herkünfte der österreichischen Schwarzkiefer für den Anbau in Bayern zu verwenden, ist aufgrund der guten Wuchseigenschaften vor allem der korsischen oder kalabrischen Herkünfte zu überdenken. Unter Umständen sind diese Herkünfte aber kälteempfindlicher. Empfehlenswert sind Mischungen verschiedener Herkünfte und Baumarten.
Zur Schwarzkiefer passen besonders die Laubbaumarten Rot- und Hainbuche.

Risiken

Gefahren drohen der Schwarzkiefer durch Nassschnee. Astbrüche sind die Folge. Waldbrände werden in Reinbeständen durch die Nadelstreu unter den Bäumen besonders gefährlich. Das von einem rindenbewohnenden Pilz ausgelöste Schwarzkiefern-Triebsterben stellt ein weiteres Risiko dar. Zur Risikoabwehr und -streuung sollten Schwarzkiefern stets in geringen Anteilen (unter 20%) in kleinflächiger Mischung angebaut werden. Eine zusätzliche Möglichkeit der Risikostreuung ist der Anbau unterschiedlicher Herkünfte. Zahlreiche Insekten können an den Nadeln fressen, die Schäden sind jedoch meist unbedenklich.

Nutzung

Der Splintbereich des Holzes der Schwarzkiefer ist breit und gelblich, der Kernbereich rötlich bis rotbraun.
Es ist schwer, sehr harzreich und dauerhaft.
Das Holz der Schwarzkiefer ist wegen des hohen Harzgehalts weniger geschätzt als das der heimischen Waldkiefer.
Bei uns hat sich gegenwärtig noch kein Markt für Schwarzkiefernholz entwickelt.

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