Baumarten-Steckbriefe
Traubeneiche, ein Wertbaum mit Zukunft

Traubeneichenstamm auf Versteigerung

Die Traubeneiche kommt gut mit Wärme und Trockenheit zurecht. Kälte mag sie gar nicht. Man nennt sie auch „Winter-Eiche“, weil sie ihr Laub erst sehr spät verliert. Da ihr Wurzelwerk weniger ausgeprägt ist als das ihrer Schwester, der Stieleiche, erträgt sie hoch anstehendes Grund und Stauwasser sowie Überflutungen nicht. Arme Böden verträgt sie, reine Kalkböden meidet sie. Wenn sie genügend Licht bekommt, startet die Traubeneiche in der Jugend zügig ihr Höhenwachstum. Auch in kleinen Trupps wächst sie bei anhaltender Aufmerksamkeit und entsprechender Pflege zu wertvollen Stämmen heran.

Merkmale

Die Traubeneiche wird bis zu 40 m hoch. Der Stamm ist im Dichtschluss gerade und weit hinauf astfrei. Im Freistand wird er knorrig und bleibt tief beastet.
Die Rinde ist anfangs glatt und wenig glänzend, im Alter bildet sich eine tief längsrissige, graubraune Borke.
Die lang gestielten Blätter sind buchtig gelappt.
Die Eicheln der Traubeneiche sitzen traubig gedrängt an kurzem Stiel.
Zunächst bildet die Traubeneiche eine Pfahlwurzel, danach ein intensives Herzwurzelsystem.

Natürliche Herkunft

Die Traubeneiche ist eine licht- und wärmeliebende, mitteleuropäische Baumart. Ihren Verbreitungsschwerpunkt bilden warme, trockene Lagen. Deswegen sind die Prognosen für die Traubeneiche im Klimawandel günstig. An die Nährstoffversorgung stellt die Traubeneiche keine hohen Bedingungen. Sie meidet dauerhaft nasse und regelmäßig überflutete Böden.
Gegenüber scharfen Winter- und Spätfrösten ist sie empfindlich.
In vielen Bereichen unseres Amtes kommt die Traubeneiche, häufig an Waldrändern, bereits vor. Nach der Buche ist die Eiche die zweitwichtigste Laubbaumart in Bayern. Derzeit beträgt ihr Anteil etwa 6 %.

Anbau

In Einzelmischung leidet die Traubeneiche häufig unter der starken Konkurrenz der Rotbuche. Traubeneichen haben einen hohen Lichtbedarf. Frühzeitige, regelmäßige Durchforstungen sind nötig. Auf trockenen Standorten und schwierigen, wechseltrockenen Tonböden ist die Traubeneiche besonders konkurrenzkräftig. Zur Beschattung wertvoller Eichenstämme eignet sich die Hainbuche hervorragend, da sie die Bildung von Sekundär-Ästen (Wasserreiser) verhindert, aber unter der Eichenkrone bleibt. Mischbaumarten fördern nicht nur die Holzqualität der Eichen, sondern haben auch viele ökologische Vorteile.
Ist keine natürliche Verjüngung möglich, werden Eichenwälder werden durch Pflanzung oder Saat begründet. Die Saat hat den Vorteil der von Beginn an ungestörten Wurzelentwicklung. Tiere wie z.B. der Eichelhäher tragen in erstaunlichem Umfang zur Verbreitung der Traubeneiche bei. Aus vergessenen Wintervorräten werden kostenlose, wertvolle Ansatzpunkte der Eichenverjüngung. Oft werden die Depots weit entfernt vom Mutterbaum angelegt. Bis heute werden die Eichen wegen ihrer essbaren Eicheln hoch geschätzt. Hutewälder mit ihren großkronigen Bäumen sind selten gewordene Landschaftselemente. Auch wegen ihres Inventars an seltenen (Insekten-)Arten werden sie besonders gepflegt.

Risiken

Dank des tief reichenden Wurzelwerks sind Eichen besonders sturmfest, stabil und auch gegen längere Trockenphasen gut gerüstet. Blattfraß im Frühjahr durch Schmetterlingsraupen (Schwammspinner, Frostspanner, Eichenprozessionsspinner) können durch den „Johannistrieb“ wieder ausgeglichen werden.
Mehltau-Befall der Blätter ist meist unbedeutend. Der Zweipunkt-Eichenprachtkäfer kann vorgeschädigte Eichen zum Absterben bringen. Vor allem in warmen Regionen bereitet zuletzt der Eichenprozessionsspinner Sorgen. Seine giftigen Raupenhaare gefährden die Gesundheit der Waldbesucher.

Nutzung

Das schwere, harte, dennoch elastische und nur wenig arbeitende Holz wird für Möbel, im Innenausbau, als Bau- und Konstruktionsholz, für Weinfässer oder im Schiffsbau verwendet.
Eichenholz ist ein geschätztes Furnier- und Parkettholz.
Gute Wertholzstämme werden zu Höchstpreisen versteigert.
Die gerbstoffreiche Rinde wurde früher zur Gerberei verwendet.
Eicheln haben einen hohen Nährwert.

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