Baumarten-Steckbriefe
Walnuss, der Dekobaum mit römischen Wurzeln

Walnussblätter

Der Walnussbaum wurde schon seit langer Zeit durch den Menschen in Mittel- und Südeuropa kultiviert. Er verträgt keine extrem tiefen Wintertemperaturen, wie sie in Mitteleuropa doch von Zeit zu Zeit vorkommen. Die Böden sollten reicher sein. Wasser und Nährstoffe werden in gutes Wachstum umgesetzt.
Klimatisch optimal sind für die Walnuss Hügelländer mit Weinbauklima. Im Klimawandel ist diese Baumart auf besseren Böden und in frostarmer Lage eine echte Anbaualternative, da sie mit Wärme gut zurechtkommt und ein geschätztes Nutzholz liefert.

Merkmale

Die silbergraue Rinde des Nussbaums ist in der Jugend dünn und glatt. Im Alter wird sie zunehmend tiefrissig und schwarzgrau.
Seine Blätter duften beim Zerreiben aromatisch. Die Blätter sind wechselständig und unpaarig gefiedert (5 - 9, meist 7 Fiederblättchen).
Im Winter erkennt man junge Nussbäume an den auffällig großen, herzförmigen Blattnarben.
Im Frühjahr entfaltet sich ihr Laub erst nach allen anderen Laubbäumen.
Seine Früchte sind die bekannten ummantelten großen Walnüsse.

Natürliche Herkunft

Der Nussbaum ist in Schluchtwäldern des Balkans und Südwestasiens heimisch. Im ganzen gemäßigten Europa wurde er bis heute vor allem als Fruchtbaum kultiviert. Schon die Römer und später Karl der Große haben ihn gefördert. Weil der Nussbaum in vielen wärmeren Teilen Deutschlands schon früh verwildert ist, kann man ihn als eingebürgert und Teil der natürlichen Vegetation betrachten.
Vom Klimawandel profitiert der Walnussbaum, da die Häufigkeit schwerer Winterfröste zurückgehen wird. Im Amtsgebiet des AELF Roth sind die Prognosen für die Walnuss ausgesprochen günstig.
Diese Baumart ist eine echte Anbaualternative für die Zukunft im Klimawandel. Gleichwohl muss weiterhin darauf geachtet werden, dass Fröste nicht gefährlich werden können, somit Tallagen meiden.

Anbau

Seit über 100 Jahren kultiviert die Forstwirtschaft die Walnuss auch als Waldbaum. Das Klima ist der wichtigste Standortfaktor, da der Nussbaum unter Winterkälte und Spätfrost leidet.
Walnussbäume sollten daher in wärmebegünstigten und vor allem frostgeschützten Lagen gepflanzt werden.
Für ein optimales Wachstum muss der Boden tiefgründig, mineralstoffreich, gut basenversorgt, durchlüftet und frisch sein. Nicht für die Walnuss geeignet sind allzu arme, trockene Sandböden, reine Kalkböden sowie nasse, schwere Tonböden.
Der Nussbaum wird als Lichtbaumart bezeichnet. In der Jugend ist er zunächst aber eher schattentolerant. Im Alter braucht er dann viel Licht und eine freie Krone. Bei entsprechender Pflege kann dieser Baum astfreie Stammstücke von 10 Metern und somit ansprechende Qualitäten bilden. Die Forstwirtschaft hat den Nussbaum trotz hoher Holzpreise bisher nur wenig beachtet. Es gibt nur deshab bisher nur wenige gelungene Beispiele für seinen Anbau. Walnüsse werden durch Tiere in der Landschaft verbreitet. Dort, wo bereits Nussbäume vorkommen, kann häufig die Naturverjüngung ausgenutzt werden.

Risiken

Walnussbäume werden häufig durch Fröste geschädigt. Durch Spätfröste können die frischen Triebe erfrieren. Dies bedingt oftmals ungünstige Wuchsformen (Zwieselbildung). Extreme Winterfröste können zum Absterben von Zweigen und Ästen oder gar zu Stammrissen (Frostrissen) führen. Der Pilz Hallimasch kann geschwächte Bäume zum Absterben bringen. Juglon, ein Inhaltsstoff in Blatt und Rinde schützt den Nussbaum vor Verbiss und Rindenfraß. So muss man den Nussbaum lediglich vor dem Fegen schützen. Im Wald kommt es auf gute Anlagen für geraden Wuchs, weniger auf reichen Fruchtertrag an. Die Verwendung geeigneter Herkünfte ist deshalb besonders wichtig.

Nutzung

Der Nussbaum liefert eines der wertvollsten und bestbezahlten Nutzhölzer unserer einheimischen
Baumarten.
Das schwarzbraune bis rötlichbraune, dunkel gemaserte Kernholz ist sehr dekorativ. Dies macht es gefragt und wertvoll.
Sowohl als Massivholz als auch als Furnier im Möbelbau erzielt es deshalb hohe Preise.
Der Nussbaum liefert aber auch ein hochwertiges Brennholz.

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