Baumarten-Steckbriefe
Hainbuche, kleiner Baum mit großem Nutzen

Hainbuchenwald

Die Hainbuche wird nicht so groß wie die Rotbuche. Auch ist sie mit ihrer Namenscousine nicht verwandt. Dafür erträgt sie viel besser als diese sowohl große Kälte als auch große Wärme und Trockenheit. Der Boden darf nicht zu nährstoffarm sein, auch schwere Tone und wechselfeuchte Böden werden angenommen.
Die Hainbuche ist ein Klimawunder, Kälte und Wärme werden gleichermaßen ertragen.
Im Klimawandel kann daher die Hainbuche nahezu bedenkenlos empfohlen werden, vorausgesetzt die Böden sind nicht zu nährstoffarm und sauer.

Merkmale

Der Stamm hat meist deutliche Längswülste und Längsfurchen, man nennt solche Stämme „spannrückig“. Die Hainbuche besitzt ein tiefgehendes Herzwurzelsystem. Das dichte Feinwurzelwerk erschließt auch schwere Lehm- und Tonböden sehr gut. Hainbuchenstreu ist sehr leicht zersetzbar und wird von Regenwürmern bevorzugt. Unter der Hainbuche findet man daher oft Regenwurmkothaufen und einen exzellenten Bodenzustand. Selten werden Hainbuchen höher als 25 Meter.

Natürliche Herkunft

Das Verbreitungsgebiet der Hainbuche reicht von Westeuropa über Mitteleuropa bis nach Weißrussland und zu den Fußhügeln des Kaukasus.
Im Mittelmeerraum ist sie auf die Gebirge beschränkt.
In Deutschland ist die Hainbuche eine typische Baumart der tieferen, warmen Lagen und des Hügellandes.
Wie nur wenige Baumarten sonst vereinigt die Hainbuche Frosttoleranz mit einer beeindruckenden Anpassung an Wärme und Trockenheit.
Im Klimawandel ist die Hainbuche daher eine besonders gute Wahl.
Sie ist an das Klima von Gegenwart und Zukunft gleichermaßen gut angepasst.

Anbau

Hainbuchen ertragen viel Schatten. Deswegen können sie sich im Schatten anderer Baumarten halten. Die Hainbuche ist daher die ideale Mischbaumart in Wertholzbeständen von Lichtbaumarten (Eiche, Edellaubbäume), weil sie deren wertvolle Stämme beschattet. Die durch die Hainbuche beschatteten Stämme anderer Baumarten wachsen gerade und verlieren früh ihre Äste. „Astreines“ Holz ist die Folge. In der Jugend kann die Hainbuche weniger schatten-ertragenden Baumarten gefährlich werden. Es muss darauf geachtet werden, dass die Hainbuchen nicht die eigentlichen Wertträger überwachsen.
Mit zunehmendem Alter lässt die Konkurrenzkraft der Hainbuche nach. Sie erfüllt ihre dienende Funktion ohne die Wertträger zu gefährden. Die Hainbuche lässt sich ausgezeichnet zum Aufbau von stufigen Waldrändern und reich strukturierten Beständen verwenden. Sie verfügt über ein enorm hohes Stockausschlagvermögen. Ab einem Alter von rund 120 Jahren wird der Baumwipfel oft dürr und der Stamm fault von innen heraus.

Risiken

Wildverbiss und vor allem Mäusefraß bereiten der Hainbuche Schwierigkeiten.
Das Wild verbeißt die Zweige, Knospen und Blätter, die Mäuse befressen die Wurzeln.
Ansonsten ist die Hainbuche das Musterbeispiel einer robusten und wenig anfälligen Baumart.
Die Hainbuche kann man zu rechtschneiden, wie man will:
sie hält es dank ihres fabelhaften Ausschlagvermögens aus.
Wegen dieser Eigenschaft zählt sie zu den beliebtesten Heckenpflanzen.
Verletzungen im Stammbereich führen oft zur Fäule.

Nutzung

Die Hainbuche besitzt das schwerste Holz aller heimischen Baumarten
Es ist sehr hart und wird für stark belastete Bauteile, Werkzeuge und Inneneinrichtungen verwendet.
Farblich ist es wenig reizvoll, die graue Farbe und die fehlende Holzstruktur sind wenig dekorativ.
Hainbuchenholz hat einen hohen Brennwert.

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