Baumarten-Steckbriefe
Feldahorn, klein aber oho!

Feldahorn Blätter

Der Feldahorn hat seinen Verbreitungsschwerpunkt im warm-trockenen Klimabereich. In Bayern kommt er derzeit nur in den wärmeren Regionen vor und fehlt fast vollständig in den höheren Lagen der Mittelgebirge und in den Alpen. Er benötigt Böden mit Kalk oder hohen Basengehalten. Häufig bleibt er als kleinerer Baum unter der 25 Meter-Höhenmarke, auf besseren Standorten kann er aber auch stattliche Dimensionen erreichen, hoch und stark werden. Die Prognose für den Feldahorn im Klimawandel ist ausgezeichnet!

Merkmale

Feldahorn Korkleisten an den Ästen
Die für alle Ahornarten typischen geflügelten Früchte stehen beim Feldahorn fast waagerecht zueinander und sind fünf bis sieben Zentimeter lang. Dadurch unterscheidet sich der Feldahorn von anderen Ahornarten. Am Anfang der Fruchtreife im Sommer sind die Früchte auffällig rot. Im Herbst fliegen die Früchte – vom Wind mitgerissen – propellerartig zu Boden. Typisch für den Feldahorn sind auch die korkigen Leisten an den Ästen.

Natürliche Herkunft

Unter den drei wichtigsten in Bayern verbreiteten Ahornarten (Berg-, Spitz und Feldahorn) nimmt der Feldahorn den warmen Flügel ein. Aufgrund seiner Verbreitung, die bis in die wärmeren Regionen Südeuropas hineinreicht, aber auch in die winterkalten Gebiete Osteuropas vorstößt, kann ihm gleichzeitig Wärme- und Frosttoleranz bescheinigt werden. Auf allen Standorten, die künftig für unsere typischen mitteleuropäischen Baumarten zu warm sind, wird er damit zu einer wichtigen Baumart im Waldumbau. Der Feldahorn kann in den sich künftig ausweitenden Wärmegebieten entscheidend zu einem stabilen und vielfältigen Bestandsaufbau beitragen.

Anbau

Beim Anbau des Feldahorns sind seine hohen Ansprüche an den Kalk- und Basengehalt des Bodens zu beachten. Kalkreiche Böden und basenreiche Tonböden sind ideale Feldahornstandorte. Der Feldahorn braucht viel Licht. Bei der Pflanzung sollte er den Himmel sehen, unter dem Schirm von Altbäumen gedeiht er nicht. Ebenso muss der konkurrenzschwache Feldahorn regelmäßig von Bedrängern befreit werden, um nicht in deren Schatten unterzugehen. Nasse Kälte mag der Feldahorn überhaupt nicht. Schattige Nordhänge sind beim Anbau zu meiden, besonnte Südhänge zu bevorzugen.
Mit etwas Geschick lässt sich kostenlose Naturverjüngung übernehmen. Samen tragende Altbäume sollten zu diesem Zweck nicht zu früh geerntet werden. Das Minus an Wachstum und Baumdimension wiegt der Feldahorn durch seine große Robustheit in Dürreperioden und durch eine äußerst rege Vermehrung mehr als auf. Für sicherheitsbewusste Waldbesitzer ist der Feldahorn die Baumart der Wahl. Als ideale Mischbaumart zum Feldahorn eignet sich die Hainbuche mit vergleichbaren Dimensionen und ähnlicher Wuchsdynamik. Der Feldahorn besitzt eine bemerkenswerte Fähigkeit, aus dem Stock auszuschlagen.

Risiken

Der Feldahorn ist eine sehr robuste und risikoarme Baumart. Häufig wird der Feldahorn von Gallmilben besucht, die harmlose Wucherungen an den Blättern verursachen. Als Folge von Trockenstress tritt gelegentlich im Spätsommer und Herbst ein Befall der Blätter mit Mehltau- und Blattfleckenpilzen auf. Der Feldahorn wird, im Vergleich zu anderen Baumarten, vom Wild nur wenig verbissen. Sein Jugendwachstum ist so ungestüm, dass er rasch aus der kritischen, für das Wild erreichbaren Höhenzone herauswächst. Durch seine große Fähigkeit, nach Verletzungen wieder auszuschlagen, erträgt der Feldahorn nahezu jede Misshandlung.

Nutzung

Das Holz des Feldahorns ist rötlichweiß bis weiß, ansprechend gemasert und besitzt keinen andersfarbigen Holzkern. Es handelt sich um ein festes, hartes, zähes und dennoch elastisches Holz, das bei der Trocknung wenig schwindet. Als Drechsel-, Schnitz- und Schreinerholz ist es geschätzt. Besonders schön gemaserte Stämme erzielen als Furnierholz hohe Preise.

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